Für die reale Gleichberechtigung

Nachdem Kristina Schröder auf Seite 169 ihres geistigen Ergusses „Danke, emanzipiert sind wir selber“ aus dem Vorwärts-Buch „Feminismus und morgen? Gleichstellung jetzt“ zitiert hat, bekommt das Bändchen von Inge Wettig-Danielmeier und mir wieder verstärkte Aufmerksamkeit. Ob Kristina Schröder das erreichen wollte? Ich weiß ja nicht… Natürlich ist sie mit meiner Analyse des Feminismus im allgemeinen und des Gender Pay Gap im besonderen nicht einverstanden – Gott sei dank 😉

Ich möchte dies jedoch trotzdem zum Anlass nehmen nocheinmal auf einen etwas älterne Artikel zur Veröffentlichung des Buchs, am Weltfrauentag 2011 im Vorwärts hinzuweisen: http://alt.vorwaerts.de/artikel/fuer-die-reale-gleichberechtigung

Auf dieser Veranstaltung musste ich mich übrigens auch schon mit Doris Schröder-Köpf über die Bedeutung der Frauenquote in Aufsichtsräten streiten (ich: klar will ich die Quote lieber heute als morgen, die SPD darf über diesem Prestige-Projekt jedoch die vielen Frauen im Niedriglohnbereich nicht vergessen). Weiß auch nicht, was immer mit mir los ist… 😉

ps: liebe Kristina, falls du das hier liest: das mit dem Gender Pay Gap haben viele nicht verstanden, ist nicht so schlimm. Einfach noch mal hier nachlesen: https://rheinsalon.wordpress.com/2012/04/17/was-von-der-diskriminierung-ubrig-bleibt/

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„Die Tiefstaplerinnen“

Frauen studieren, machen gute Abschlüsse, in Führungspositionen in Unternehmen schlägt sich das jedoch trotzdem nicht nieder. Warum das so ist, untersuchen Psychologinnen der Universität Iserlohn http://www.bits-iserlohn.de/de/bits-aktuell/2012/diversity-gerne-gleichstellung-nein-danke/

„Die Kompetenzeinschätzung im Kontext der Gehaltsverhandlungen kann bereits beim Berufsaufstieg für Hochschulabsolventinnen den ersten Grundstein für spätere Entgeltungleichheit im Beruf legen“, erklärt die Absolventin Pia Hahn. „Frauen müssen vor allem selbst aktiv werden, sich ihrer beruflichen Ziele bewusst sein und sich für diese einsetzen“. Mit einem sozialpsychologischen Modell will Hahn aufzeigen, welche Maßnahmen Hochschulen ergreifen müssen, um Hochschulabsolventen beiden Geschlechts schon bei der Gehaltsverhandlung die Basis für ein späteres gleiches Entgelt zu ermöglichen.

Diese interessante Studie und ihre Ergebnisse wurden auch in der letzten Sendung von Frau-TV aufgegriffen (5.4.2012). Der Beitrag ist (noch) unter http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbeitraege/2012/0405/thema_4.jsp anschaubar. Weiterlesen

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Was von der Diskriminierung übrig bleibt

Wer über ungleiche Bezahlung oder den Gender Pay Gap redet, schreibt oder twittert kann sich sicher sein: Sofort kommt jemand, der die zitierte Statistik in Frage stellt. Weil einfach nicht sein kann was nicht sein darf. Diskriminierung? In Deutschland? 2012? Das gibts nicht. Das kann ja gar nicht sein. Da muss was an den Zahlen nicht stimmen. Da hat die Wissenschaft doch mit Sicherheit einen Fehler gemacht. Aber tatsächlich sind WissenschaftlerInnen nicht alle blöd. Einflussfaktoren von Entgelt wie Wochenarbeitszeit, Auszeiten oder unterschiedlich gut bezahlten Berufen können berücksichtigt und herausgerechnet werden. Was übrig bleibt sind ca. 8 Prozent Lohnungleichheit, die nicht anders erklärt werden können.

Glaubt ihr nicht? Dacht ich mir. Deshalb habe ich die beiden Wissenschaftlerinnen Lena Oerder und Sarah Lillemeier, die am WSI der Hans-Böckler-Stiftung zu Entgeltgleichheit forschen gebeten, die Aufdröselung des Gender Pay Gap nocheinmal genauer zu erklären:

Mit Erwerbsarbeit verdienen Männer in Deutschland durchschnittlich mehr Geld als Frauen. Die Diskussion über den Gender Pay Gap verläuft dabei häufig nach demselben Muster. Zunächst werden die 23 Prozent in den Raum geworfen. Nach dem ersten Schock ob dieser nicht unerheblichen Differenz werden die KritikerInnen auf den Plan gerufen. Dass man mit dieser Zahl überhaupt nichts aussagen könne, da sie ja offensichtlich die unterschiedliche Qualität und Quantität von „Männer-“ und „Frauenarbeit“ unberücksichtigt lasse.

Welche Aussagekraft haben nun die viel zitierten 23 Prozent? Klar ist, nicht alle Elemente, aus denen sich der Gender Pay Gap (GPG) zusammensetzt sind Entgeltdiskriminierung im rechtlichen Sinn. Wie Karin Tondorf anschaulich aufgezeigt hat, lässt sich der GPG in vier Ursachenkomplexe aufteilen. Es gibt zunächst Gründe für den Lohnunterschied, die weder ein Geschlecht diskriminieren, noch auf Chancenungleichheiten beruhen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Frauen und Männer verschiedenen Tätigkeiten mit unterschiedlichen Anforderungen nachgehen. Dann gibt es Erklärungen, wie zum Beispiel längere Auszeiten nach der Geburt eines Kindes, welche sich auf die Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beziehen. Frauen verdienen auch deshalb im Schnitt weniger Geld als Männer, weil sie teilweise bei Beförderungen diskriminiert werden. Dies kann (und sollte) moralisch wie rechtlich verurteilt werden – mit der Diskriminierung beim Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit hat dies allerdings nur mittelbar etwas zu tun. Diese ist, und das lässt sich nun mal nicht leugnen, auch ein Teil der 23 Prozent. Das statistische Bundesamt benennt die Zahl mit 8 Prozent. Wie kommt es hierzu? Weiterlesen

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Frauen-Film-Festival Köln

Da nicht nur Bonn am Rhein liegt, sondern auch unsere große Schwester Köln, und somit im weiteren Sinne zum Rheinsalon gehört, erlaube ich mir hier auf das Frauen-Film-Festival in Köln hinzuweisen. Wir BonnerInnen sind da ja nicht so.

Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln 2012 findet vom 17 . bis 22. April in Köln statt. Ziel des Festivals ist es, Frauen aus allen Teilen der Filmbranche zu fördern und ein Forum zu bieten. Regisseurinnen, Kamerafrauen, Filmmusikerinnen und andere weibliche Filmschaffende haben die Gelegenheit, ihre Arbeit zu präsentieren, aktuelle Entwicklungen und Trends zu verfolgen, sich auszutauschen und weiterzubilden. Infoszu dem Festival findet ihr hier: http://www.frauenfilmfestival.eu/index.php?id=6

Neben einer Homepage hat das Festival, dass seit 2006 abwechselnd in Köln und Dortmund stattfindet, auch ein eigenes Weblog, auf dem regelmäßig Beiträge über die Schwerpunkte, Filme und Gäste des Festivals veröffentlicht werden sollen.

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Feminismus für alle!

Im Feminismus-Monat März (Weltfrauentag, Equal-Pay-Day) ist in der Zeitschrift für sozialisitische Politik und Wirtschaft (spw) ein Schwerpunkt-Heft zum Thema Feminismus erschienen. Verantwortlich für den Schwerpunkt waren Dr. Claudia Bogedan, Sozialwissenschaftlerin und Abteilungsleiterin der Forschungsförderung in der Hans-Böckler-Stiftung und ich.

Warum sich die Zeitschrift erneut mit dem Thema auseinandersetzen muss, schreiben wir in unserer Einleitung:

„Auf dem Bundesparteitag wurde nach Jahren der  Auseinandersetzung der „Reißverschluss“ bei der Listenaufstellung endlich in der Satzung der SPD verankert. Die Kanzlerin und ihre konservativen Regierungskolleginnen diskutieren derweil über die Quote von Frauen in den höchsten Führungsgremien deutscher Unternehmen. Man könnte denken, die Frage der Gleichstellung der Geschlechter ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Geschlossene Männerbünde in Politik und Wirtschaft scheinen heute nicht mehr salonfähig zu sein. Ein großer Erfolg gegenüber vergangenen Zeiten. Wer sich heute mit dem Thema Feminismus und Geschlechterungleichheit auseinandersetzt,
muss sich daher immer wieder rechtfertigen, keine rückwärtsgewandten Debatten zu führen oder längst vergangene Schlachten zu kämpfen. Wozu also nun ein
erneuter spw-Schwerpunkt zu Feminismus?“

und nennen dafür vier Gründe:

1. Unerwartetes Comeback: Feminismus wieder auf der öffentlichen Tagesordnung
2. Zweifel an der Entwicklungsrichtung sind angebracht. Gleichstellungspolitischer Fortschritt verläuft nicht zwangsläufig
3. Gleichstellung verkommt zum Oberschichten-Projekt
4. Gesellschaftliche Missstände werden versucht auf individueller Ebene zu lösen

Den ganzen Artikel könnt ihr euch hier ansehen: http://spw.de/data/spw_188einleitung.pdf

Wie es im Rest des Heftes weitergeht beschreiben wir so:

„Eine Diskussion um Feminismus im Jahr 2012 muss folglich drei Ziele erfüllen, für die
wir mit den Beiträgen dieses Schwerpunkts die Diskussion eröffnen wollen: Es muss, erstens, ein gemeinsames Leitbild entwickelt werden. Der Beitrag von Uta Biermann und anderen diskutiert die Notwendigkeit eine übergreifende Zielstellung für eine kohärente
sozialdemokratische Gleichstellungspolitik zu finden und stellt einen solchen Ansatz zur Diskussion. Ingrid Kurz-Scherf und ihre Kolleginnen beschreiben, dass auch heute trotz der Kritik an dem Dreigestirn der Moderne – nämlich die Idee der komplexen Gleichheit, der sozialen Freiheit und der emanzipatorischen Solidarität – diese auch heute noch zentrale Anknüpfungspunkte für einen (oder mehrere) neuen Feminismus bilden und leitend für diesen sein könnten. Zweitens müssen, wie bereits oben angemerkt,
neue Bündnisse geschmiedet und Verbündete gesucht werden. Doch mit wem
haben wir es bei diesem „neuen Feminismus“ eigentlich zu tun? Wer sind die AkteurInnen,
was sind ihre Ziele? In welchen Punkten finden wir Anknüpfungspunkte und wo eher
nicht? Diesen Fragen spürt Katharina Oerder in ihrem Beitrag nach. Gisela Notz zeichnet
in ihrem Beitrag die Entwicklung des Feminismus in Ost- und Westdeutschland nach
und beschreibt Unterschiede und Parallelen in deren Geschichte. Sie liefert damit eine Erklärung für das Fehlen eines gemeinsamen feministischen Projekts in den vergangenen
zwei Dekaden. Drittens braucht es konkrete Ansatzpunkte für ein politisches Handeln. Vivien Barlen und Claudia Bogedan zeigen, dass die Verteilung von Arbeitszeiten zwischen den Geschlechtern eine zentrale Schlüsselgröße der Ungleichheiten im Arbeitmarkt sind.“

Einige der Schwerpunkt-Artikel könnt ihr euch im Netz anschauen http://www.spw.de/xd/public/content/index.html?sid=heftarchiv&year=2012&bookletid=33

Ein Probexemplar der Zeitschrift kann unter redaktion @ spw.de bestellt werden.

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Große Einkommensunterschiede zwischen Akademikerinnen und Akademikern

Frauen mit akademischem Abschluss verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen, gibt die Hans-Böckler-Stiftung in einer ihrer Pressemitteilungen im März bekannt. http://www.boeckler.de/2877_39275.htm

Dies gilt für Beschäftigte aller Abschlussarten – vom Bachelor an der Fachhochschule über den Master an der Universität bis hin zur Promotion. Im Durchschnitt beträgt die Gehaltslücke („Gender Pay Gap“) 21,5 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Internetportals http://www.lohnspiegel.de, das vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Rund 10.200 Beschäftigte mit akademischem Abschluss haben sich daran beteiligt.

Ihre Studie schlüsselt recht genau auf, in welchem Beruf Männer und Frauen jeweils wieviel verdienen. Soziologeninnen und Sozialwissenschaftlerinnen verdienen beispielsweise im Schnitt  3.246 Euro, das sind 565 Euro weniger als das Gehalt der Männer von 3.811 Euro. Weiterlesen

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Feminismus 2.0

Das Internet und die Herausbildung einer digitalen Gesellschaft bieten jede Menge Stoff für Utopien, Hoffnungen und positive Perspektiven für eine Gesellschaft der Freien und Gleichen. Im Internet scheinen viele der Hürden, die gesellschaftlich die Gleichstellung der Geschlechter weiter behindern, nicht zu existieren. Der Idee nach, ist das Geschlecht bei Usern nicht auf den ersten Blick sichtbar, Stereotypen kann so aus dem Weg gegangen werden.

Geschlechterungleichheit im Netz

In Sachen Netznutzung selbst sind kaum noch Geschlechterunterschiede festzustellen. Einzig in der Altersgruppe ab 65 Jahren sind Frauen noch knapp unterrepräsentiert. In allen anderen Altersgruppen befindet sich die Nutzung von Internetangeboten auf nahezu identischem, hohem Niveau (90 Prozent). Unterschiede lassen sich jedoch darin Weiterlesen

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