Feminismus für alle!

Im Feminismus-Monat März (Weltfrauentag, Equal-Pay-Day) ist in der Zeitschrift für sozialisitische Politik und Wirtschaft (spw) ein Schwerpunkt-Heft zum Thema Feminismus erschienen. Verantwortlich für den Schwerpunkt waren Dr. Claudia Bogedan, Sozialwissenschaftlerin und Abteilungsleiterin der Forschungsförderung in der Hans-Böckler-Stiftung und ich.

Warum sich die Zeitschrift erneut mit dem Thema auseinandersetzen muss, schreiben wir in unserer Einleitung:

„Auf dem Bundesparteitag wurde nach Jahren der  Auseinandersetzung der „Reißverschluss“ bei der Listenaufstellung endlich in der Satzung der SPD verankert. Die Kanzlerin und ihre konservativen Regierungskolleginnen diskutieren derweil über die Quote von Frauen in den höchsten Führungsgremien deutscher Unternehmen. Man könnte denken, die Frage der Gleichstellung der Geschlechter ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Geschlossene Männerbünde in Politik und Wirtschaft scheinen heute nicht mehr salonfähig zu sein. Ein großer Erfolg gegenüber vergangenen Zeiten. Wer sich heute mit dem Thema Feminismus und Geschlechterungleichheit auseinandersetzt,
muss sich daher immer wieder rechtfertigen, keine rückwärtsgewandten Debatten zu führen oder längst vergangene Schlachten zu kämpfen. Wozu also nun ein
erneuter spw-Schwerpunkt zu Feminismus?“

und nennen dafür vier Gründe:

1. Unerwartetes Comeback: Feminismus wieder auf der öffentlichen Tagesordnung
2. Zweifel an der Entwicklungsrichtung sind angebracht. Gleichstellungspolitischer Fortschritt verläuft nicht zwangsläufig
3. Gleichstellung verkommt zum Oberschichten-Projekt
4. Gesellschaftliche Missstände werden versucht auf individueller Ebene zu lösen

Den ganzen Artikel könnt ihr euch hier ansehen: http://spw.de/data/spw_188einleitung.pdf

Wie es im Rest des Heftes weitergeht beschreiben wir so:

„Eine Diskussion um Feminismus im Jahr 2012 muss folglich drei Ziele erfüllen, für die
wir mit den Beiträgen dieses Schwerpunkts die Diskussion eröffnen wollen: Es muss, erstens, ein gemeinsames Leitbild entwickelt werden. Der Beitrag von Uta Biermann und anderen diskutiert die Notwendigkeit eine übergreifende Zielstellung für eine kohärente
sozialdemokratische Gleichstellungspolitik zu finden und stellt einen solchen Ansatz zur Diskussion. Ingrid Kurz-Scherf und ihre Kolleginnen beschreiben, dass auch heute trotz der Kritik an dem Dreigestirn der Moderne – nämlich die Idee der komplexen Gleichheit, der sozialen Freiheit und der emanzipatorischen Solidarität – diese auch heute noch zentrale Anknüpfungspunkte für einen (oder mehrere) neuen Feminismus bilden und leitend für diesen sein könnten. Zweitens müssen, wie bereits oben angemerkt,
neue Bündnisse geschmiedet und Verbündete gesucht werden. Doch mit wem
haben wir es bei diesem „neuen Feminismus“ eigentlich zu tun? Wer sind die AkteurInnen,
was sind ihre Ziele? In welchen Punkten finden wir Anknüpfungspunkte und wo eher
nicht? Diesen Fragen spürt Katharina Oerder in ihrem Beitrag nach. Gisela Notz zeichnet
in ihrem Beitrag die Entwicklung des Feminismus in Ost- und Westdeutschland nach
und beschreibt Unterschiede und Parallelen in deren Geschichte. Sie liefert damit eine Erklärung für das Fehlen eines gemeinsamen feministischen Projekts in den vergangenen
zwei Dekaden. Drittens braucht es konkrete Ansatzpunkte für ein politisches Handeln. Vivien Barlen und Claudia Bogedan zeigen, dass die Verteilung von Arbeitszeiten zwischen den Geschlechtern eine zentrale Schlüsselgröße der Ungleichheiten im Arbeitmarkt sind.“

Einige der Schwerpunkt-Artikel könnt ihr euch im Netz anschauen http://www.spw.de/xd/public/content/index.html?sid=heftarchiv&year=2012&bookletid=33

Ein Probexemplar der Zeitschrift kann unter redaktion @ spw.de bestellt werden.

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