Nur zwei Jahre Elternzeit

Die unabhängige Sachverständigenkommission, die für das Bundesfamilienministerium den Bericht „Zeit für Familie“ erstellt hat, fordert die Elternzeit auf zwei Jahre zu beschränken, so berichtete beispielsweise die Süddeutsche Zeitung gestern. (http://www.sueddeutsche.de/karriere/vereinbarkeit-von-beruf-und-kindern-vom-sinn-und-unsinn-der-elternzeit-1.1295969).

Eine Auszeit von drei Jahren schade sowohl den Unternehmen als auch den Frauen selbst, deren Qualifikation nach drei Jahren häufig veraltet sind. Dann einen Wiedereinstieg in den Beruf zu schaffen ist für viele Frauen unglaublich schwer.

Das Familienministerium hingegen weigert sich, diese Forderung der Expertenkommission aufzugreifen, und beweist damit mal wieder seine Beratungsresistenz. Bereits alle Forderung der Sachverständigenkommission, die den Gleichstellungsbericht für die Bundesregierung erstellt hat (beispielsweise Quoten in der Wirtschaft) hat die Ministerin Schröder abgeblockt.

Dabei brauchen wir endlich Anreize, für die Berufstätigkeit von Frauen, die alle in eine Richtung gehen. Wir brauchen keine Herdprämie für möglichst langes zu Hause bleiben, sondern bessere Betreuungsmöglichkeiten, kürzere Auszeiten von Frauen. Die Gleichstellung der Geschlechter wird nämlich immer noch auf dem Arbeitsmarkt entschieden.

Vergleiche auch: Pressemitteilung der Jusos zu „Elternzeit verkürzen“

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2 Antworten zu Nur zwei Jahre Elternzeit

  1. Martin Weinert schreibt:

    Ist es nicht so, dass erstens zumindest theoretisch auch Väter Elternzeit nehmen können, es zweitens keine Pflicht gibt die Maximaldauer von 3 Jahren auch voll auszunutzen und drittens Elterngeld zur Kompensation des Verdienstausfalls eh nur deutlich kürzer gezahlt wird?
    Nach dieser zugegeben polemischen Einlassung die konkreten Fragen: Wie häufig wird die Frist von 3 Jahren Elternzeit tatsächlich voll beansprucht? Wie verteilt sich die genommene Elternzeit zwischen Mütern und Vätern?
    Es mag gute Argumente geben, den Anspruch auf Elternzeit auf 2 Jahre zu verkürzen. Der Hinweis auf die Nachteile der Wirtschaft gehört meines Erachtens nicht dazu. Dazu als Zitat aus dem SZ-Artikel: „Wer jetzt fordert, die Elternzeit von drei auf zwei Jahren zu kürzen, stellt wirtschaftliche Interessen über die Interessen der Kinder.“

  2. Katharina Oerder schreibt:

    Das Problem ist, Anreize in zwei unterschiedliche Richtungen, Frauen auf den Arbeitsmarkt und Frauen an den Herd, gleichzeitig zu schaffen, wie es zur Zeit mit Herdprämie einerseits und bspw. Unterhaltsrecht andererseits geschieht. Zu der Richtung „Frauen auf den Arbeitsmarkt“ gehören neben der Forderung nach mehr Krippenplätzen, Abschaffung der Herdprämie, Abschaffung des Ehegattensplittings und besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf (die als Forderung von uns ja schon echt alte Hüte sind) auch die Verkürzung der Elternzeit, die sich jetzt als neue Forderung ergibt. Sie gehört in das Gesamtpaket von Maßnahmen, einer Anreizrichtung.

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