Bitte laut und deutlich sprechen

Über die Einladung der Juso-Hochschlugruppen, um auf ihrer Sommerschule eine kurze Rhetorikschulung für Frauen zu halten hab ich mich sofort gefreut.

Tatsächlich war es mein erstes mal in den Tagungsräumen in Springe, als ich eines Sonntagsabends mitte August in Seminarraum 6 stand um den Workshop am nächsten Morgen vorzubereiten.

In nur zwei einhalb Stunden ein echtes Rhetoriktraining, mit allem drum und dran durchzuführen ist zwar so gut wie unmöglich, die engagierten Frauen, die am nächsten morgen pünktlich um 9:30 in einem Stuhlkreis zusammensaßen machten es mir jedoch leicht, das ein oder andere zu überspringen oder schneller abzuhandeln.

Auf eine Übung wollte ich aber nicht verzichten – deutliche Aussprache. Nach einer Vorstellungsrunde, in der die ein oder anderen Rhetorischen Finessen der Teilnehmerinnen zum Vorschein kamen und einer kurzen Übung zum richtigen Stehen bei Reden und Vorträgen standen wir also alle in einer Runde, und übten mit Weingummi zwischen den Zähnen (als Bonnerin natürlich von Haribo ;-)) „Die Katze tritt die Treppe krumm“ und „Zwischen zwei Zwetschgenzweigen zwitschern zwei Zeissige“.

Nach einem kurzen Überblick über den Aufbau von Argumenten sollten die Teilnehmerinnen eine eigene kleine Rede von zwei Minuten vorbereiten. So wie Anna ging es erstmal den meisten Damen: worüber sprech ich den jetzt? Welches Thema liegt mir wirklich am Herzen? Nach ein paar Minuten Vorbereitung hatte jedoch jede ihr Thema gefunden und fühlte sich für den anschließenden Probevortrag in der kleinen Gruppe gerüßtet.

Die Vorträge der sechs Frauen behandelten Themen wie fehlende Studienplätze oder der Problematik von Burschenschaften im Asta. Eine der üblichen Situationen kam auch bei diesen Vorträgen immer wieder vor: die Vortragende schätzte ihren Vortrag viel kürzer und sich selbst unsicherer ein, als sie von den anderen Teilnehmerinnen wahrgenommen wurde. Bei Männern wäre das wahrscheinlich nicht passiert.

Da wir aufgrund der Zeit auf eine Videoaufnahme der Vorträge und gemeinsames Anschauen verzichten mussten fehlte leider die Selbsterkenntniss, die die meisten Frauen in diesem Fall erleben: auch wenn ich das Gefühl hatte, viel zu schnell zu reden und fürchterlich zu zittern oder rot zu werden habe ich auf die ZuschauerInnen ruhig und soverän gewirkt. Das Feedback der Teilnehmerinnen wirkte jedoch bereits in die entsprechende Richtung und konnte einige Zweifel der Rednerinnen bereits ausräumen.

Ich war von den Juso-Hochschlugrüpplerinnen begeistert – außerdem, wann hat frau schon mal das Glück, sechs junge Frauen am Stück über ihre politischen Leidenschaften sprechen zu hören, ohne, dass jeMANd unterbricht?

Von den Frauen werden wir bestimmt noch viel hören 🙂

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