Das ist ja wohl ein Witz!

Politisches Kabarett ist auch heute noch eine reine Männerdomäne

Mitternachtsspitzen, neues aus der Anstalt, Mann an Bord – im politischen Kabarett kommen Frauen auch heute noch so gute wie nie vor. Warum ist das wohl so? Ist es die Angst vor dem Unperfekten? Humor kann schmutzig sein, böse, dafür wird man nicht von jede/m geliebt und geht manchmal auch zu lasten des Witzereißers selbst. Ist es das, was Frauen scheuen?

Außer dem üblichen „Männer und Frauen – haha“ und „ich finde nie was in meiner Handtasche“-Klischees kommt in Bezug auf politisch-kritisches von Frauen herzlich wenig. In Punkto Humor schlagen Geschlechterstereotype wieder voll durch: Frauen ironisieren ihr Pirvatleben, Männer Politik und Gesellschaft.

Dabei ist doch, frei nach Käte Strobel, Humor eine viel zu ernste Sache, um sie allein den Männern zu überlassen.

Warum gibt es so wenig Frauen im politischen Kabarett und welche Frauen findet ihr richtig lustig? Ich bin gespannt auf eure Beiträge.

Ps: Über den deutschen Humor wird ja auch international nicht viel gutes Berichtet. In Amerika ist nicht alles besser – aber manches lustiger: eine der witzigesten Frauen der Welt im Interview: http://www.sueddeutsche.de/kultur/im-interview-tina-fey-in-der-witzhoelle-Is1.9079

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3 Antworten zu Das ist ja wohl ein Witz!

  1. jansweber schreibt:

    In Köln beweist seit einigen Monaten die grandiose Marina Barth im Klingelpütztheater mit ihrem lokalpolitischen Programm „Rat Reloaded“, dass es auch diesseits des Atlantik großartige bissige Kaberettistinnen gibt. Das Programm lief bisher 4 mal und wird im Oktober für ein Jahr fortgesetzt.

  2. David schreibt:

    Wirklich eine interessante Feststellung, gleichwohl ich mir nicht sicher bin, ob nicht allein die mediale Präsenz eine gefühlte Männerdomäne aus dem politischen Kabarett macht. Ansonsten kann ich nur alle Frauen motivieren, weil schlechter als die meisten männlichen (TV-)Vertreter des derzeitigen deutschsprachigen politischen Kabaretts – ausgenommen einzig Georg Schramm, sowie mit Abstrichen Wilfried Schmickler, bei dessen Hasstiraden sich aber leider manchmal die eine oder andere gute Pointe verliert – können die Frauen gar nicht sein.

    ps: über Gründe müsste ich länger grübeln, aber vielleicht liegts daran, dass Frauen weder Humor noch Sinn für Ironie haben 😉 *Machismomodus aus

  3. Julia schreibt:

    Hab ich mich auch schon oft gefragt. Ich bin der Meinung, dass es Frauen in unserem „Zeitalter“ kaum möglich ist, eine gute (politische) Kabarettistin sein, weil: weil sie (berechtigterweise) immer noch hauptsächlich damit beschäftigt sind, Seriosität und Emanzipation zu erlangen. Und solange sie damit beschäftigt sind, wird es ihnen schwer fallen, sich auf der Bühne zu entblößen bzw. mal so richtig die Sau rauszulassen. Denn : Sie befürchten immer wieder, sich dabei lächerlich zu machen und die errungene Macht wieder zu verlieren. Sie befürchten aber auch, auf ihre Körper und ihre Ästhetik reduziert zu werden (wie die letzten 500 Jahre). Falls irgendwann mal eine Art Post-Gender-Zustand erreicht werden sollte, dann werden Frauen es auch drauf haben, gutes politisches Kabarett zu machen. Dazu müssen sie es aber lernen zu riskieren, sich lächerlich zu machen und Männer müssen lernen, in Frauen nicht mehr reine wunderhübsche Objekte zu sehen. Um’s mal plakativ zu sagen. 😉

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