Zusammen ist Frau weniger alleine

Von dem Kampf „Alt-Feministin“ gegen „Jung-Feministin“ konnte man in den letzten Jahren immer wieder in den Zeitungen lesen. Charlotte Roche gegen Alice Schwarzer (http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,535158,00.html) ,  die Emma gegen die Alphamädchen (http://www.emma.de/ressorts/artikel/frauenbewegung/alpha-maedchen/) . Fast konnte Frau meinen, das patriarchale System sei gar nicht unser eigentliches Problem, sondern die Frauen, die zwar irgendwie das gleiche, aber nicht immer das selbe wollten führten ihre ganz eigene Schlacht.

Dabei ist es so wichtig, dass sich „junge“ und „alte“ Feministinnen nicht gegeneinander ausspielen lassen. Wenn wir uns auseinanderdividieren lassen gewinnt im schlechtesten Fall die Feminismus-verleumdende Presse und im besten Fall der Status quo. Das kann keineR wollen.

Nach dem ein oder anderen Schmäh-Artikel hat es sich schließlich auch die Emma anders überlegt, und ein paar junge Frauen von Missy-Magazin und eine Bloggerin zum Gespräch eingeladen. Endlich, habe ich mir gedacht, das wird spanndend.

http://www.emma.de/ressorts/artikel/frauenbewegung/kein-bock-auf-spaltung/

Allerdings: Der Austausch zwischen den Akteurinnen könnte durchaus interessant sein, wäre er nicht ganz so vorhersehbar. Schnell waren sich alle einige, dass sie sich einig seien und eine Konkurrenz aufzumachen zwischen Missy-Magazin und Emma ja „totaler Quatsch“ und von den Medien konstruiert sei.  Beide Seiten finden klasse, was die anderen machen und grenzen sich selbst dabei wiederrum von anderen Feminismus-Formen ihrer jeweiligen Generation ab. Das Missy-Magazin von den „neuen Deutschen Mädchen“ Jana Hensel und Elisabeth Raether, die Emma von verkniffenen Lila-Latzhosenträgerinnen. Die größte Debatte entbrannte, wie immer, beim Thema Pornographie und Sexualität. Schnell konnte Alice Schwarzer jedoch ihre PorNo-Kampagne der Emma erklären, und darlegen, dass die jungen Damen die Emma-Intention nur falsch verstanden haben. Diese hatten ein Aha-Erlebnis und schon glänzte auch hier wieder die Einigkeit.  Am Schluss war Frau sich noch einig, dass „wir mal was zusammen machen könnten, Veranstaltungen oder so“.

Und ich frage mich, war das jetzt der gewünschte Schulterschluss oder schon Augenwischerei?

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3 Antworten zu Zusammen ist Frau weniger alleine

  1. Thomas schreibt:

    Ich als Mann würde mir wünschen, wenn nach dieser „kick-off-Veranstaltung“ weitere folgen und ein moderner Feminismus an medialer Schlagkräftigkeit gewinnt, nicht gegen „die Männer“, sondern gegen geschlechterhierarchische überkommene Wertesysteme, die subtil nach wie vor weiterleben und unseren Lebensalltag bestimmen. Die Folgen sind wirtscxhaftliche Abhängigkeit für Frauen, 23% Lohnschere und für Männer 5,4 Jahre geringere Lebenserwartung.
    Ein Schulterschluß macht das „weibliche Universum“ stärker. Dieser sollte mit Frauen und vorzugsweise durch Frauen erfolgen. „Wir Männer“ sind da bestenfalls Zaungäste, und das ist auch in Ordnung so. Und ganz nebenbei profitieren davon Alle:
    „Die Frau, die sich selbst genügt, befreit ihren Ehemann von der ehelichen Sklavenschaft, die das Lösegeld für ihre Abhängigkeit ist“. (Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht, S.858)

  2. Christian schreibt:

    Ich würde eher sagen, dass es zuviel Einigkeit im Feminismus gibt. Die Unterschiede in der Ideologie zwischen einer Gleichheitsfeministin und einer Differenzfeministin werden doch viel zu selten direkt angesprochen, weil man sich gegenseitig nicht zu sehr auf die Füße treten will. Deswegen bleibt alles immer irgendwie vage.
    Eine gute sachliche Kritik und der Hinweis auf Unstimmigkeiten in der jeweiligen Theorie könnte da meiner Meinung nach viel klären.
    Statt dessen wird lieber auf heile Welt gemacht.

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